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Wie es weiter geht

Der Mensch soll nicht fragen, was er vom Leben erwarten kann,
sondern verstehen, dass es das Leben ist, das etwas von ihm erwartet.

Victor Frankl

Dem Schicksal entkomme ich nicht, mag ich das Geschehene auch noch so auszublenden suchen. Erst wenn ich die falsche Loyalität aufgebe, den Finger in die Wunde lege, mich der Wahrheit aussetze und mich nicht mehr zum Schweigen verurteile oder verurteilen lasse, kann ich anfangen, mich der Vergangenheit zu stellen.

Ich bin dadurch nicht von ihr befreit, aber gestärkt und freier, um Verantwortung zu übernehmen. In unserer Entwicklung verschränkt, interagiert Psychisches mit Physischem, das heißt die physiologischen Erfahrungen, denen ich durch meine Eltern ausgesetzt war und die aus ihrer jeweiligen Psyche, Lebenssituation, geistig-emotionalen Präsenz und vielem Anderem entstanden sind, formten auch meine eigene Psyche, auch bereits in der Zeit vor der Geburt.

Diese wohl unbewußten Kernerfahrungen kann ich wohl nie genau fassen, aber sie wirken, indem sie meine Sicht der Welt „machen“. Rational sind solche Zusammenhänge oder Kausalitäten schwer zu beweisen. Doch ich bin dem nicht ausgeliefert. Es liegt an mir selbst, wie ich auf diese eigene (!) Lebenserfahrung reagiere – entweder mit Mißtrauen und Angst oder aber mit Standfestig- und Entscheidungsfähigkeit.

Und dann ist es wohl auch an der Zeit, über Trauer nachdenken – weil ich spüre und auch ahne, was die Geschichte meiner Eltern in meinem eigenen Leben bewirkt hat. Doch ohne Wut und ohne Eifer.

Veröffentlicht in Allgemein

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