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Gegenentwurf

Wie kann ich mich aus der Geschichte meiner Eltern befreien und lösen, jedoch ohne etwas zu leugnen, sondern es ganz bewusst vor meinem inneren Auge zu haben, jedoch nicht so zu leben wie sie?

Dies beginnt mit dem Wissen und der Erkenntnis, dass mich seit meiner Zeugung und erst recht nach meiner Geburt mich ihr Denken ganz maßgeblich der werden ließ, der ich bin.

Einmal körperlich über Epigenetik, zum anderen habe ich die Welt nicht kennengelernt, sondern ich konstruierte mir die Welt auf sozialer wie auf persönlicher Ebene.

Dass ich das noch immer tue, auch wenn mir das vielleicht nicht so bewusst ist, wie es mir bewusst sein sollte, löst mich aus ihrer Geschichte, die ich in mein eigenes Leben integriert habe.

Dadurch, dass ich erkenne, dass ich mir nicht nur meine Welt, sondern die Welt an sich gedanklich konstruiere, habe ich das Hilfsmittel in der Hand, das ich brauche. Es liegt an mir selbst, in welcher Welt ich lebe, denn ich selbst denke mir nicht nur die Welt, sondern vor allem auch mich selbst.

„Wie hätte ich gelebt, wenn ich in der Zeit des Nationalsozialismus gelebt hätte?“ ist eine müßige Frage, denn entscheidend ist, wie ich heute lebe. Wie heißt es doch so schön? „Hätte, hätte Mopedkette!“ Also absolut kein Konjunktiv!

Also nehme ich all die Überzeugungen, die sie brauchten, um so zu leben und zu tun, was sie 33 bis 45 taten – und mache mir einen Gegenentwurf. Aber nicht nur das, ich lebe ihn auch!

Veröffentlicht in Allgemein

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